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Patrick Möstl


Dr. Nachtstrom




Artist of the Week. MGK


Foto: Sam Cahill

MGK zählt wohl zu den wandelbarsten Künstlern seiner Generation. Vom Rapper über Pop-Punk bis hin zu Americana – mit seinem siebten Studioalbum Lost Americana schlägt Colson Baker, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, das nächste Kapitel auf. Der Sound: nostalgisch, warm, irgendwo zwischen Folk, Country, Heartland-Rock und modernem Pop.

Angekündigt wurde das Album mit einem Trailer, gesprochen von niemand Geringerem als Bob Dylan. Für ihn ist Lost Americana „eine Hommage an das Verlorene, das Unfertige, das Dazwischen“. MGK zeichnet darin das Bild eines anderen Amerikas – fernab von Glanz und Oberfläche, voller Risse, Erinnerungen und Sehnsucht. Der Grammy-nominierte Künstler, der in Cleveland mit hartem Rap begann und später mit Tickets to My Downfall und Mainstream Sellout den Pop-Punk neu belebte, zeigt sich auf Lost Americana so persönlich wie nie. In Songs wie „Cliché“, „Vampire Diaries“, „Miss Sunshine“ und „On Repeat“ verarbeitet er Themen wie Liebe, Verlust, Vaterschaft und das Gefühl, ständig missverstanden zu werden.

„Ich wurde gehasst für nichts“, sagt MGK – und macht daraus Musik. Es geht um Identität, verletzliche Männlichkeit, und die Freiheit, anders zu sein. MGK spricht vom „man-slash-broken-boy hinter dem Namen MGK“ – dem Menschen hinter dem Image. Musikalisch ist Lost Americana kein radikaler Bruch, sondern eine Weiterentwicklung. Mal roh, mal hymnisch, mal melancholisch – der Sound bewegt sich irgendwo zwischen Springsteen, Dylan und Post Malone. Vintage-Gitarren, Streicher, eingängige Refrains und ehrliche Texte schaffen eine neue Klangwelt, ohne seinen rebellischen Kern zu verlieren.

„Lost Americana“ ist ein mutiger Schritt – und vielleicht das ehrlichste Album eines Künstlers, der sich nie festlegen ließ.