Foto: Thomas Ledl
Die Grazer Rathauskoalition hat einen umsetzbaren Plan für die Modernisierung und den Ausbau des Stadion Liebenau vorgelegt. Ziel ist ein zukunftsfähiges, international taugliches Stadion, das im öffentlichen Eigentum bleibt und gleichzeitig den Vereinen deutlich mehr Mitspracherechte einräumt. Kern des Modells ist ein umfassender Pachtvertrag: Die Vereine pachten das gesamte Stadion und erhalten erweiterte Nutzungs- und Verwertungsrechte, etwa für Veranstaltungen, Gastronomie, Vermarktung und Namensrechte. Für die Modernisierung sind 60 bis 70 Millionen Euro vorgesehen. Geplant sind unter anderem:
- Kapazitätserhöhung auf rund 20.000 Plätze
- Herstellung der Champions-League-Tauglichkeit
- Ausbau der Hospitality-Bereiche
- Erneuerung der Stadiontechnik sowie Aufwertung von Fassade und Vorplatz
Eine Beteiligung des Landes Steiermark ist dafür notwendig. Stadt und Land sollen gemeinsam die Finanzierung und Umsetzung tragen. Die Stadt verweist zudem auf vergleichbare Stadionprojekte: Der LASK übernahm beim Bau der Raiffeisen Arena rund 70 Prozent der Investitionskosten (ca. 100 Mio. Euro). Rapid Wien beteiligte sich beim Allianz Stadion mit rund 50 Prozent an den Baukosten (ca. 53 Mio. Euro).
Im Gegensatz dazu hätten die beiden Grazer Vereine gemeinsam weniger als 20 Prozent der Gesamtinvestition tragen wollen, bei gleichzeitig umfassenden Rechten. Dieses Modell ist laut Stadt rechtlich und finanziell nicht umsetzbar. Bei Zustimmung von Vereinen und Land soll im Februar 2026 ein Gemeinderatsbeschluss für die weiteren Planungen gefasst werden. Der endgültige Planungsbeschluss ist für Mai 2026 vorgesehen. Sollte keine Einigung zustande kommen, will die Stadt das Stadion mit rund 30 Millionen Euro sanieren, um den Bestand zu sichern.