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Bettina Janach


Antonia Fabian


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Platte der Woche: Liam Gallagher & John Squire


Foto: Tom Oxley

Wenn zwei Legenden wie Liam Gallagher und Gitarrist John Squire ein gemeinsames Projekt ankündigen, dann ist die Neugier innerhalb der Musikwelt natürlich groß. Vor allem, nachdem Liam in seiner bisherigen Solo-Karriere alles richtig gemacht hat. Seine 3 Solo-Alben sowie 2 Live-Longplayer sind auf Platz 1 der UK-Charts gegangen, dazu gabs ausverkaufte Konzerte am laufenden Band.

John Squire ist natürlich auch nicht weniger legendär: 1984 hat er mit seinem damaligen Kumpel Ian Brown The Stone Roses gegründet. Die Combo gilt als einer der wichtigsten Vorläufer des Britpop, zuletzt waren die Stone Roses 2017 gemeinsam auf Tour, eine weitere Reunion wird von den Beteiligten in Interviews meist ausgeschlossen. Die Zusammenarbeit zwischen Gallagher und Squire sei laut den beiden Künstlern ganz natürlich entstanden, man kennt sich ja schon viele Jahre. Konkrete Pläne wurde dann ab 2022 geschmiedet, John Squire ist damals als Live-Gast in Knebworth mit Liam aufgetreten.

10 Tracks sind drauf auf dem Kollabo-Werk der beiden Künstler. Die Aufnahmen sind zunächst in Squires Heimstudio in England losgegangen, später hat man auch mit Star-Produzent Greg Kurstin in Los Angeles aufgenommen. Kurstin hat auch die Bass-Parts auf einigen Tracks eingespielt. Hinter dem Schlagzeug hat Joey Waronker Platz genommen, den man von Beck oder Atoms For Peace kennt. Für die ab März anstehenden Shows werden allerdings wohl nicht Waronker und Kurstin im Einsatz sein, die Live-Musiker werden noch bekannt gegeben. Wie Liam auch schon vorab angekündigt hat, wird man bei den Konzerten keine Oasis oder The Stone Roses-Songs zu hören kriegen.

Ob "Liam Gallagher & John Squire" das "beste Album seit Revolver" ist, wie es Liam Gallagher bereits verkündet hat, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Musikalisch gibts jedenfalls straighten Rock mit einigen Blues- und Psychedelic-Momenten. Für The Stone Roses- und Oasis-Fans ist das Album sowieso ein Pflichtkauf und auch Leute, die bisher mit Liams Solo-Material noch nicht warm geworden sind, werden an dem Teil ihrer Freude haben.