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Patrick Möstl


Antonia Fabian




Platte der Woche: Bilderbuch ∞+1


Foto: Lukas Gansterer

Vorausgeschickt haben Sänger Maurice Ernst und Co heuer bereits die Songs „Irgendwo“ und „Push Reality“, und im Spannungsfeld dieser beiden Pole pendelt sich auch das neue Album ein. Während der Vorgänger Gelb ist das Feld von 2022 noch als das „Tom Petty-Album“ und „Lagerfeuer-Album“ der Bilderbuch bezeichnet wurde, geht es mit ∞+1 wieder in die kühle und synthetische Gegenwart.

Sowohl textlich als auch in Punkto Sound wollen Bilderbuch mit ∞+1 eine Art Soundtrack für die gegenwärtige, etwas verzwickte Zeit anbieten. Eine Zeit, über die man ein wenig den Überblick verloren hat aufgrund der vielen positiven wie negativen Möglichkeiten, die geboten werden. Also unter dem Motto „Baby let's get overstimulated“ wie Sänger Maurice etwa in „Was in dieser Welt“ singt.

Dabei ist ∞+1 auf alle Fälle elektronischer und auch tanzbarer als der Vorgänger. Und: im ersten Moment auch: weniger zugänglich. Nach ein paar Mal durchhören fühlt man sich aber bald wieder zu Hause in der etwas durchgeknallten Bilderbuch-Welt, was vor allem an Maurice Ernst spinnerten Texten liegt, aber auch am speziellen Sound. Mit „Baby Junkie“ und „Unter Wasser“ sind auch zwei eher balladenartige Pop-Nummern mit dabei. 

Wie berichtet, ist im Frühjahr der langjährige Gitarrist Michael Krammer ausgestiegen. Bei den Aufnahmen zu ∞+1 ist er allerdings noch dabei gewesen. Und so wird man seinen Abgang wohl erst beim nächsten Album richtig zu spüren bekommen. Entgegen den Erwartungen ist Uche Yara aber nicht als vollwertiges Bandmitglied dabei, sie ist lediglich als Live-Musikerin am Start. Mit „Bodyscanner“ hat Yara übrigens auch erst kürzlich ihr Debütalbum veröffentlicht.