Foto: Pixie Vision Photography
Am 1. September geht in Wien (Arena) die Europa Tour der Dresden Dolls los. Das US Duo hat zu diesem Anlass auch einen neuen Tonträger am Start.
Wobei: ganz neu stimmt nicht wirklich. Denn vor wenigen Tagen ist – zum 20. Geburtstag sozusagen – das Album Yes, Virginia nochmal aufgelegt worden. Aber: die Dresden Dolls haben das Album von 2006 nicht bloß mit 1 bis 2 Bonus-Tracks versehen und neu abgemischt. Nein: Amanda Palmer und Schlagzeuger Brian Viglione haben einfach das komplette Album nochmal neu aufgenommen. Was Taylor Swift kann, können auch wir, haben sich die Dresden Dolls gedacht. Das Werk heißt nun mit Zusatztitel auch „Tailors Version“ – was bestimmt eine Referenz an die berühmte Pop-Kollegin ist, mit der die Dresden Dolls aber musikalisch nicht mega-viel gemeinsam haben.
An den Songs, der Instrumentierung und dem Arrangement hat sich kaum was geändert. Lediglich die beiden Protagonisten sind 20 Jahre … äh… weiser als damals. Aber so eine Reife-Zeit von 20 Jahren tut manchen der Songs durchaus gut. Und das ist vermutlich auch die Motivation der Dresden Dolls hinter dem Vorhaben gewesen. Wobei: eventuell ist es auch gewissen juristischen Vorgängen im Song-Recht geschuldet, so wie bei Taylor Swift. Wie auch immer: Relevant und zeitgemäß klingt der Longplayer jedenfalls allemal, auch im Jahr 2026. Ob die Dresden Dolls-Fans von früher jetzt unbedingt eine Neueinspielung einer verdammt guten Platte brauchen oder nicht, sei dahingestellt. Vor allem unter dem Aspekt, dass die Dresden Dolls ja überhaupt seit ihrer Gründung im Jahr 2000 nur 2 (!) wirkliche Alben veröffentlicht haben (das selbstbetitelte Debüt von 2003 mit dem Über-Klassiker „Coin Operated Boy“ und eben Yes, Virginia von 2006).