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Platte der Woche: Gnarls Barkley - Atlanta


Damit haben auch nur wenige gerechnet: Gnarls Barkley sind mit neuem Album zurück. Und das 18 Jahre nach dem letzten Longplayer. 

Wobei die Freude des Comebacks eher bittersüß ist: denn anscheinend ist Atlanta, so der Titel auch der Abschluss des gemeinsamen Projektes von Produzent Dangermouse und Sänger CeeLo Green

Wortreiche Erklärungen und erhellende Aussagen waren nie die Sache von Gnarls Barkley: so hat man nach dem letzten Album The Odd Couple aus 2008 ohne Ankündigung einfach eine 18 Jahre dauernde Pause eingelegt, um nun eben mit Atlanta zurückzukehren. Aber: nicht nur gibt es dazu keinerlei Erklärung der beiden Künstler, warum es denn so lange gedauert hat. Sondern es wurde lediglich verkündet, dass es sich bei Atlanta auch um das letzte Album von Gnarls Barkley handeln soll. 

Wie man hört, sollen die beiden von Anfang an eine Trilogie geplant haben: diesen Ansinnen wurde nun also mit dem neuen Teil realisiert. Tour oder Ähnliches ist anscheinend nicht geplant. Gnarls Barkleyhaben nicht einmal eine eigene Webseite.

Mit St. Elsewhere (2006) und The Odd Couple (2008) haben Dangermouse und CeeLo Green ja zwei modern Klassiker der Musikgeschichte abgeliefert. Vor allem das Debütalbum hat mit dem Überhit „Crazy“ einen bleibenden Eindruck auf Fans und Musiker-Kollegen hinterlassen. Warum aber nach 2008 kein gemeinsames Material mehr entstanden ist, bleibt ein Geheimnis. In der Zwischenzeit hat Dangermouse mit illustren Namen wie den Red Hot Chili Peppers, U2 oder Norah Jones Musik aufgenommen. Sänger CeeLo Green hatte 2010 einen Solo-Hit mit „Fuck You!“ und zuletzt 2020 auch seine alte Rap-Crew Goodie Mob wieder aus der Versenkung geholt.

Eine Wiederkehr also mit einigen Fragezeichen. Musikalisch ist an Atlanta eigentlich nichts auszusetzen. Produzent Dangermouse hat überhaupt in seiner gesamten Karriere noch sehr selten enttäuscht. Er schafft es auch hier, seinen ganz eigenen Signature-Sound zu kreieren, der irgendwo zwischen Pop, Psychedelic, Neo Soul und Electronica liegt. Dazu die charakteristische Stimme von CeeLo Green– eine merkwürdige Paarung, die aber auch 2026 durchaus Sinn macht.