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Clemens Scarpatetti


Clemens Scarpatetti


Dr. Nachtstrom




Das Ende der Concord Card Casinos - Österreichs Poker-Clubs endgültig geschlossen


Copyright: StockSnap - pixabay

Es war wohl doch zu schön, um wahr zu sein. Viele Jahre lang konnten Poker-Fans aus Österreich in zahlreichen Standorten in den Concord Card Casinos ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Neben zwei Clubs in der Hauptstadt gab es noch Einrichtungen in 10 anderen Städten, darunter Linz, Salzburg, Innsbruck und Bregenz.

Nach einem langen Kampf mit den Behörden musste sich der CCC-Besitzer Peter Zanoni nun jedoch geschlagen geben. Der Druck der Casinos Austria war am Ende zu groß und die staatlichen Spielbanken werden ab jetzt die einzige Möglichkeit für Spieler aus Österreich bieten, offline ihre Pokerfähigkeiten unter Beweis zu stellen. Die einzigen anderen Optionen sind im Internet zu finden, zum Beispiel über österreichische oder deutsche Online Casinos - und außer Win2Day sind auch diese in Österreich nicht erlaubt. 

Das Aus der CCC-Gruppe ist nicht nur für die Spieler ein herber Schlag. Auch Hunderte von Croupiers, Kellnern und anderen Mitarbeitern sind betroffen und müssen sich nun nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen. Was genau passiert ist und wie sich die Saga um die Concord Card Casinos entwickelte, erzählen wir hier.

Die Concord Card Casinos im Überblick

Bei den Concord Card Casinos, oder kurz CCC, handelte es sich um eine Gruppe von Casinos, in denen Poker und auch Blackjack gespielt werden konnte. Diese beiden Glücksspiele dürfen in Österreich nur mit einer speziellen Lizenz um Geld angeboten werden, private Runden sind daher illegal.

Neben den staatlichen Spielbanken der Casino Austria Gruppe waren die Concord Card Casinos, die durch das Unternehmen MONTESINO Entertainment Group GmbH geführt wurden, lange Zeit die einzigen Einrichtungen, die in Österreich Poker und Blackjack anboten. Das Unternehmen wurde bereits 1993 gegründet und konnte sich bis zu seinem Ende fast 30 Jahre lang über Wasser halten.

Bis zum Ende der Gruppe wurden stolze 12 Standorte in den folgenden Städten gegründet:

  • Wien-Simmering
  • Wien-Lugner City
  • Linz
  • Klagenfurt
  • Gmunden
  • Salzburg
  • Braunau
  • Kufstein
  • Innsbruck
  • Reutte
  • Ischgl
  • Bregenz

In den Clubs konnten Spieler die Kartenspiele Poker und Blackjack in verschiedenen Formen genießen. Poker wurde zum Beispiel in der Form von Cash Games oder Turnieren angeboten. Bei einem Cash Game kauft sich der Spieler für einen bestimmten Geldbetrag ein und jeder Chip am Tisch repräsentiert echte Geldwerte. Bei einem Turnier entrichtet jeder Spieler dagegen eine Startgebühr und die Chips sind praktisch „Spielgeld“, das nur für die Durchführung des Turniers verwendet wird.

Dem Staat ein Dorn im Auge

Die Gründe für das Aus der CCC sind einfach zu finden: die Clubs stellten eine große Konkurrenz für die staatlichen Spielbanken dar. Um deren Einnahmen zu schützen, wurde der Kampf gegen die CCC-Gruppe aufgenommen. Aus Sicht der Betreiber der Casinos Austria macht dies auch durchaus Sinn. Da sich viele der Concord Card Casinos in Städten befanden, in denen auch staatliche Spielbanken vorzufinden waren, stellten die Poker-Clubs direkte Konkurrenten dar.

Da Poker und Blackjack mit echtem Geld ansonsten illegal sind, bleiben die Spielbanken des Staates nun die einzigen Optionen für Fans dieser beiden Kartenspiele. Für den Staat bedeutet dies Einnahmen in Millionenhöhe. Auch wenn die Casino an den Kartenspielen nicht so viel verdienen wie an Spielautomaten und anderen Titeln, sind die Einnahmen beträchtlich.

Zudem „locken“ die Spiele viele Besucher in die Casinos, die am Ende dann noch schnell eine Runde am Roulette-Tisch oder bei einem Automatenspiel probieren. Daher dürften sich die Spielbanken nun über einen ordentlichen Schub für ihre Einnahmen freuen.

Langer Kampf geht am Ende verloren

Eigentlich ist es erstaunlich, dass die CCC-Gruppe so lange durchhalten konnte. Die ersten Versuche, die Poker-Clubs zu schließen, wurden nämlich schon vor vielen Jahren unternommen. Durch geschickt formulierte Geschäftsbedingungen und eine gute Kenntnis des österreichischen Glücksspielgesetzes, schaffte es Peter Zanoni, den Kampf gegen den Staat für eine lange Zeit aufrechtzuerhalten.

Erst 2019 konnte die Regierung erstmals eine Steuerreform einführen, die von den Gerichten akzeptiert wurde. Nach dem neuen Gesetz sind alle Formen von Glücksspiel um echtes Geld außerhalb der staatlich kontrollierten Casinos verboten.

Das Geld gewinnt

Als offizieller Grund für die Schließung der Concord Card Casinos wurde vom Staat der Schutz für die Spieler genannt. Dies ist aber mehr als fragwürdig. Schließlich besteht für die Spieler in den staatlichen Spielbanken in keinster Weise ein höherer Schutz als in den Poker-Clubs.

Ganz im Gegenteil, denn die Limits sind in den Casinos Austria im Allgemeinen deutlich höher als in den Concord Card Casinos. Während Spieler in letzteren oft schon für 10 Euro an einem Turnier teilnehmen konnten, sind die niedrigsten Startgebühren der Casinos meistens 10 Mal so hoch.

Dazu kommt die Tatsache, dass die Casinos Austria auch Automatenspiele und andere Formen von Glücksspiel anbieten. Während es sich bei Poker um ein Strategiespiel handelt, bei dem die Teilnehmer durch die richtige Strategie sogar langfristig Profit machen können, handelt es sich bei den anderen Angeboten der Casinos um reine Glücksspiele. Bei diesen kann ein Spieler zwar zwischenzeitlich durch Glück etwas Geld gewinnen, doch auf lange Sicht profitiert immer der Staat.

Auch die Online-Angebote sind im Visier des Staates

Als wäre die Schließung der Concord Card Casinos noch nicht genug, will der Staat nun sogar sämtliche Online-Angebote von Glücksspiel verbieten. Es wird bereits fleißig an neuen Gesetzesentwürfen gearbeitet, die allen privaten Anbietern verbieten sollen, Spieler aus Österreich als Kunden zu akzeptieren.

Genau wie im Offline-Markt, will die Regierung Österreichs auch im Internet dafür sorgen, dass nur noch die eigenen Angebote sowie die durch den Staat regulierten Betreiber gestattet werden. Dies sollte die Einnahmen des Staates noch einmal deutlich erhöhen und unzählige Spieler zu ihren Angeboten treiben.

Genau wie mit der Schließung der CCC, wird auch ein solches Online-Verbot wohl kaum aus Gründen des Spielerschutzes durchgesetzt. Am Ende geht es für die Regierung um viel Geld, das sie nicht an private Anbieter verlieren wollen. Dass dabei zahlreiche Arbeitsplätze verloren gehen und die Freiheit der Spieler eingeschränkt wird, scheint aber niemanden groß zu stören.