Die EU-Wahl in Österreich ist geschlagen und sie hat erstmals bei einem bundesweiten Urnengang die FPÖ auf Platz eins gebracht. Die Trendprognose der Institute FORESIGHT, ARGE Wahlen und Peter Hajek für APA, ORF und Puls4 hat bereits um 17 Uhr ein durchaus treffendes Ergebnis gezeigt. Seit 23 Uhr ist nun die ersten offizielle Hochrechnung inklusive Wahlkartenprognose veröffentlicht. Die Prozentzahlen haben sich doch etwas verändert. Klare Nummer eins bleibt aber die FPÖ mit 25,5 Prozent und somit vor ÖVP und SPÖ. Die Volkspartei kommt mit 24,7 Prozent auf Platz zwei, die SPÖ mit 23,3 Prozent auf Platz drei. Die Grüne können noch etwas aufholen und liegen mit 10,9 Prozent vor den NEOS mit 10,1 Prozent. Die KPÖ liegt wie die DNA unter der entscheidenden 4-Prozent-Marke und schaffen es nicht ins Parlament.
Verglichen zum letzten Urnengang von vor fünf Jahren inmitten der Ibiza-Krise büßt die Volkspartei rund zehn Prozentpunkte ein, die SPÖ 0,6 Prozent. Die Freiheitlichen legen gleich um 8,3 Prozent zu, die NEOS um 1,6. Die Grünen kommen nach den Turbulenzen um ihre Spitzenkandidatin Lena Schilling mit einem blauen Augen davon und büßen nur 3,2 Prozentpunkte ein. Die KPÖ steigerte sich auf 2,9 Prozent. Der Einzug ins EU-Parlament ist somit aber ausgeschlossen. Bei der erstmals kandidierenden DNA ist er mit 2,7 Prozent auch hinfällig.
Die Freiheitlichen konnten somit drei Mandate dazugewinnen, die NEOS eines. Die ÖVP verliert im Gegenzug zwei, die Grünen eines. Die SPÖ bliebt gleich. Österreich bekommt ja einen Sitz insgesamt dazu.
Die Wahllokale in Österreich waren zumeist ab 8 Uhr und maximal bis 17 Uhr geöffnet. Improvisieren musste man in der Steiermark infolge der Unwetter, Wahllokale in Deutschfeistritz nördlich von Graz sowie im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld mussten verlegt werden. Auch im Burgenland im Bezirk Oberwart gab es unwetterbedingt Beeinträchtigungen der Wahllokale und Wahlzeiten in mehreren Sprengeln.
Die Spitzenkandidaten hatten bis Mittag ihre Stimmen abgegeben und jeweils Optimismus zu verbreiten versucht. Bundespräsident Alexander Van der Bellen erwartete bei seiner Stimmabgabe am Sonntag eine Mehrheit, „die sich der Notwendigkeit eines vereinten Europas bewusst ist“. Sorgen wegen eines möglichen Rechtsrucks äußerte er nicht.
Statt wie bisher mit 19 Abgeordneten wird Österreich nach der Wahl künftig mit 20 Mandataren in Straßburg bzw. Brüssel vertreten sein. Grund dafür ist die für die kommende Legislaturperiode beschlossene Erhöhung der Gesamt-Mandatszahl im EU-Parlament, das in Zukunft 720 statt 705 Sitze stark sein wird.