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Viktoria Riedl




Patrick Möstl


Patrick Möstl






Lautstärke, Klang und Nachhallzeiten: So entsteht eine gute Akustik


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Ob bestimmte Musik gefällt oder nicht, ist reine Geschmackssache. Manche mögen Rock, andere HipHop und wieder andere begeistern sich für Klassik. Ob ein Liedtext, der musikalische Stil oder die benutzten Instrumente gefallen, ist vollkommen subjektives Empfinden. Doch Aspekte wie die Akustik, die Nachhallzeit und der Klang sind feste Größen, die sich anhand einfacher Messungen beurteilen lassen. Wie gelingt es, dass sich Musik gut anhört?

Wissenswertes: Welche Bedeutung nimmt die Nachhallzeit in der Akustik ein?

Wer sich bislang noch nicht viel mit der Qualität und dem Klang von Musik auseinandergesetzt hat, weiß möglicherweise noch nichts über Nachhallzeiten. Hierbei handelt es sich um einen akustischen Parameter eines Raumes. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es die Zeit ist, die benötigt wird, um den Schallpegel in einem Raum um 60 dB zu senken. Unterschiedlicher Lärm hat demnach auch unterschiedliche Schallpegel. Ein leises Radio liegt bei 40 bis 60 dB (A). Die in dieser Form definierte Nachhallzeit wird als T60 bezeichnet. Um einen deutlichen Abfall von 60 dB zu erreichen, ohne in den Lärm des Raumes zu geraten und ohne das Gehör bei der Messung zu schädigen, benötigen Sie einen Schallpegel von ca. 110-120 dB. Da es sich hierbei um einen sehr hohen Wert handelt, greift man oftmals auf, T20 und EDT (Early Decay Time) zurück. Diese Parameter sind auf die gleiche Weise definiert wie T60, aber für T30 ist eine Absenkung um 30 dB erforderlich, für T20 eine Absenkung um 20 dB und für EDT nur eine Absenkung um 10 dB. Diese Parameter sind weniger genau als T60, jedoch ermöglichen sie es, die Nachhallzeit schnell und einfach zu messen. Die Nachhallzeit kann und sollte als eine Funktion der Frequenz definiert werden. So entsteht ein präzises, frequenzabhängiges Bild des Raumes.

Wo spielt Raumakustik eine Rolle?

Neben Arbeitsräumen, Kindergärten, Schulen, Museen und anderen öffentlichen Einrichtungen ist Raumakustik besonders dort wichtig, wo Musik hochwertig wahrgenommen werden soll. Das ist beispielsweise in einem Aufnahmestudio der Fall, aber auch in einem Club oder in Konzerthallen. Menschen kommen zu diesen Orten, um die Musik hautnah zu erleben, sie nicht nur zu hören, sondern auch zu spüren. Daher ist es wichtig zu wissen, wie in diesen Räumen eine gute Raumakustik sichergestellt werden kann. Bestenfalls denkt man dies bereits beim Bau mit. Doch auch nachträglich kann die Akustik eines Raumes verbessert werden. Dafür eignet sich ein Raumakustik-Rechner.

Doch wie sieht es mit der Akustik in privaten Wohnräumen wie beispielsweise im Wohnzimmer aus? Auch hier ist das Entertainment von TV oder Musik wesentlich besser, wenn der Klang gut ist. Der beste Tipp für optimale Raumakustik: Die Lautsprecher sollten nicht an der Wand, an einem Möbelstück oder in einer Raumecke aufgestellt werden. (Es sei denn der Hersteller empfiehlt die Lautsprecher in die Ecke zu stellen, was aber selten der Fall ist.) Achten Sie darauf, dass der Abstand zwischen den Lautsprechern 2 m beträgt, um einen vollen Stereoeffekt zu erzielen. Die ideale Position für die Aufstellung der Lautsprecher ist ein gewisser Abstand zur Wand, zu Möbeln usw. Je größer der Abstand, desto besser ist der Klang. Dies ist der einfachste Weg, um die Interaktion der Schallwellen aus den Lautsprechern mit Gegenständen in der unmittelbaren Umgebung zu vermeiden. Wenn es sich bei den Lautsprechern um Regallautsprecher handelt, ist es am besten, sie auf einen speziellen Ständer zu stellen.